Ärger mit Wasseruhren

unser-oderspree.de vom 11.05.2011 08:26
Berlin - Die Preise für Strom, Gas und Wasser steigen stetig. Wer sparen will, achtet darauf, dass kein unnötiger Stromverbrauch entsteht. Doch bei der Abrechnung sieht man meist keinen Unterschied. Die Stromversorger fordern oft Nachzahlungen. Nun berichtete der Privatsender RTL über eine Masche der Wasserbetriebe. Um die Gewinne zu steigern wurden in Häusern falsche Wasseruhren eingebaut. Meist sind diese veraltet, zu groß und nicht für die vorhandene Anwohneranzahl geeignet. Verdienen tun daran die Wasserbetriebe. Denn größere Wasseruhren bedeuten nicht nur einen höheren Mietbetrag, sie laufen auch nach und geben somit einen Verbrauch an, der gar nicht anfällt. Leidtragend sind Eigentümer und Mieter. Betroffen sind meist Ein- und Zweifamilienhäuser.

Preisliche Unterschiede gibt es schon allein bei der Größe der Uhren: So kostet nach unserer Recherche eine Wasseruhr des Typs Qn 2,5 75 Euro, Qn 6 150 Euro und Qn 10 231 Euro Grundgebühr. Der VDI hat in einem Bericht dargestellt, dass es die günstigsten Wasseruhren in Augsburg gibt. Während es aber für Berlin keine Daten gibt, zahlt man in Frankfurt (Oder) für die Größe Qn 6 rund 300 Euro pro Jahr, in Cottbus bereits 500 Euro. Wer seine Wasseruhr überprüft hat, fragt sich nun, welche die richtige für ihn ist. Die aufgedruckte "Qn" - Bezeichnung weisst darauf hin, welche Uhr eingebaut worden ist. Dabei wird zwischen den Qn 2,5, Qn 6 und Qn 10 Uhren unterschieden. Bei QN 2,5 dient diese Häuser mit bis zu 50 Wohnungen. QN 6 darf in Häusern mit bis zu 350 Wohnungen eingebaut werden. Anlagen mit bis zu 960 Wohnungen erhalten eine Wasseruhr mit der Bezeichnung QN 10. Der Onlinemietverein Brandenburg weist jedoch darauf hin, dass sich die Größe der Hauptwasseruhr nach der erwartenden Wassermenge richtet. So gibt der VDI hierbei an, dass bei der Anzahl der anzuschließenden Wohnungseinheiten mit Druckspülern/ Wohnungseinheit (WE) bis 15 und Spülkästen/WE bis 30 ein Nenndurchfluss Qn des Zählers in m3/h 2,5 zu betragen hat. Bei Druckspülern/WE von 16 - 85 und Spülkästen/WE sei Qn 6 und bei Druckspülern/WE von 86 - 200 und Spülkästen/WE von 101 bis 200 eine Wasseruhr mit Qn 10 einzubauen ist.

Wenn nun eine falsche Uhr eingebaut worden ist, so ist aus Mietersicht immer der Vermieter Ansprechpartner. Der Vermieter muss sich dann an den zuständigen Wasser- und Abwasserzweckverband wenden. Die Kosten hat aber der Mieter nicht zu tragen, weist der Onlinemietverein hin. Die Kostentragung richtet sich nach den jeweiligen Satzungsbestimmungen des Abwasserzweckverbandes. Diese sollten sich Betroffene vorab zusenden lassen. Die Verbraucherzentrale verweist darauf, es käme darauf an: Wird eine Manipulation der Uhr festgestellt, muss sie der Eigentümer des Hauses tragen, liegt ein technischer Defekt vor, der Hersteller oder die Firma die die Eichung vorgenommen hat.

Nicht verallgmeinern möchte der Deutsche Mieterbund dieses Thema: Das Problem kann dann auftreten, wenn vor Ort zu große Wasserzähler eingebaut worden sind. Weitere Voraussetzung ist, dass der Wasserversorger in Abhängigkeit von den einzelnen Wasserzählern die Grundkosten berechnet. Dies ist allerdings von Versorger zu Versorger unterschiedlich. Von daher kann zu diesem Thema keine allgemein zutreffende Aussage gemacht werden. Entscheidend sind die Kalkulationen und Gebühren der einzelnen Wasserversorger.


Bei Problemen können sich Mieter an einen Mieterverein wenden. Für das Land Brandenburg können diese z.B. über eine Suche per Postleitzahlen auf www.mieterbund-brandenburg.de ermittelt werden. Als Online-Mieterverein für Brandenburg kann dieser auch Ansprechpartner für alle Mieter im Landesgebiet, soweit diese internetgestützt kommunizieren wollen/können sein. Hier ist aber eine Mitgliedschaft Voraussetzung. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Problematik der Wasseruhren kein Beratungsgegenstand der Verbraucherzentrale ist. Neben den Mietervereinen kann auch das Eichamt weiterhelfen, bei Privathäusern hilft eventuell der Haus- und Grundstücksbesitzserverband bzw. der Bauherrenschutzbund. "Im Zweifel sollten sich Mieter und Ratsuchende an den örtlichen Mieterverein wenden, wenn es darum geht, zu überprüfen, ob in ihrem Fall ein zu großer Wasserzähler eingebaut ist und ob ihnen hieraus ein Nachteil entsteht", so Ulrich Ropertz, Pressesprecher des Deutschen Mieterbundes.




http://www.unser-oderspree.de/index.php?site=news&news_ID=13593&titelindex=



Link zu diesem Beitrag für Foren, E-Mails und Messenger:



Unsere E-Mail Adresse: 2ue7q5jjin@pg82bos.org

Beiträge aus der selben Kategorie

Kommentare zu dem Beitrag
Bisher sind keine Kommentare vorhanden.
Schreib jetzt den ersten Kommentar zu diesem Beitrag.
Kommentar hinzufügen
* Der Username kann frei gewählt werden.

Empfehlungen

22.03.2015

02.03.2015

15.05.2014

04.02.2014

10.01.2014

18.12.2013

05.11.2013

18.06.2013

Das Beste der Woche

Tops des Monats