Coca Cola feierte Deutschlands größte Party
unser-oderspree.de vom 04.10.2009 20:58Wer feiern will, der gibt auch was aus. So auch das Unternehmen Coca Cola. Zehn Bands spielten vor dem Brandenburger Tor. Und das alles bei freiem Eintritt. Eine riesige Fanmeile reichte vom Tor bis zur Siegessäule. Die Massen strömten auf die Strasse des 17. Juni. Wie einst bei der Weltmeisterschaft, so war auch diesmal Ausnahmezustand am bekannstem Treffpunkt Berlins. Da kamen sowohl die Teenager als auch Erwachsenen. "Es ist mir egal wie lange ich anstehen muss. Ich will da hin", sagte die 16-jährige Anne vor der Einlasskontrolle. Aus Marzahn ist sie mit ihren Freundinnen und Eltern angereist. "Meine Eltern sind irgendwo beim Bierzelt", schmunzelt sie. Einen Platz vor der Bühne wird sie nicht mehr bekommen. Es ist kurz vor 18 Uhr. Bereits acht Stunden feiern tausende von Menschen friedlich auf der Meile.
Mit TOS und AndiOliPhillipp und The Rising Rocket haben es in diesem Jahr drei Bands aus Baden Württemberg auf die heiß umkämpfte Finalbühne am Brandenburger Tor geschafft. Sie kämpften als Vorgruppen um den heißbehehrten Titel. Diesen hat bereits eine Berliner Band sicher. Vor einiger Zeit traten sie noch beim Newcomer Festival des HeartRock e.V. in Fürstenwalde auf. Nun stehen Sie auf der großen Bühne vor mehreren hunderttausend Fans: Samavayo.
Doch die angereisten Fans warten auf die Highlights des Abends. Den Anfang machte die quierlige Jennifer Rostock. Lila glänzender Body, Kampfbemalung - sicher dachten die männlichen Musikfans: "Ich will ihr an die Wäsche". Doch die Berliner Rockband, die nach ihrer Gründung 2007 erstmals durch einen Auftritt beim Bundesvision Song Contest 2008 nationale Aufmerksamkeit erlangt hatte, setze dem einen Riegel vor. Sie präsentierten den Soundtrack des neuen „Twilight“-Films.
Auch wenn ihr Auftritt kurz war, so blühten sie am Abend richtig auf. Komplett dunkles Outfit, eine unter die Haut gehende Stimme und herzergreifende Texte. Eisblumen blühen eben nur in der Nacht und wissen, dass das Leben schön ist. Eisblumen sind selten gewordene "Gewächse" schreibt eine Zeitschrift für Wohnungseinrichtungen. Sie meint zwar damit nicht die Band um die Sängerin Sotiria Schenk alias „Ria“ sowie Golo Schultz (Keyboards), Philipp Schardt (Bass), Philipp Schadebrodt (Drums) und Christoph Hessler (Gitarre), trifft aber die Beschreibung der Berliner Rock-Band fast auf den Nagel: Sie sind nicht selten, sie sind einzigartig. Selten gelingt einer deutschen Band tiefgründige Texte mit Gothicelementen zu vereinen. Eisblume überzeugt uns, dass dies machbar ist.
Auch Revolverheld liess sich mal wieder auf der Bühne blicken. Schon der Einstiegssong "Was geht????" der Hamburger Band rund um Forntmann Johannes Strate liess nichts lanweiliges verlauten. Nach dem Motto "Wir beben die Cola Meile", präsentierten sich die Jungs in gewohnter Feierlaune - Wie wir es seit dem letzen Fußballfest kennen. Da blieb keiner mehr regungslos stehen. In der mittlerweile dichtbesiedelten Meile blieb wenig Luft zum Atmen. Doch kann man eigentlich von Luft und Liebe leben? Die vierköpfige Band "Luft und Liebe" kann dies sicherlich. Die Gruppe mit Frontfrau Tamara Unterhuber hat sich deutscher Popmusik gewidmet. Sie spielten bereits als Support von "Ich+Ich". Und so war es auch beim Coca Cola Soundwave Finale. Kaum war Tamara runter von der Bühne, schon bestieg diese ein voller Lebensfreude strahlender Adel Twail. Dies lag sicher auch daran, dass die Berliner Band erfreut war, vor dem Brandenburger Tor zu spielen. "Vor zwanzig Jahren stand hier noch eine Mauer. Ich bin froh, dass dies nicht mehr so ist", betonte Tawil während seines Auftritts. So baute er mit seiner Sängerin eine Stadt, bewies uns, dass wir alle vom selben Stern sind, um anschliessend über Berlin zu fliegen. Am 9.11.09 erscheint übringens die neue Single "Stark". Es ist diesmal eine Ballade, die aufzeigen möchte, dass Menschen sich nach Außen stärker zeigen, als sie wirklich sind - harte Schale, weicher Kern.
Doch dann war es endlich soweit. Der Countdown lief. Die Coca Cola Fangemeinde wartete ungeduldig. "Wir feiern die ganze Nacht" wurde eingestimmt. Es wurde Zeit für die Band aus Bautzen: Silbermond betrat die Cola-Bühne. Mit ihrem bezauberndem Lächeln und ihrer offenen Art animierte die Sängerin Stefanie Kloß ihre Fans immer wieder. Von der Trübine bis zur hintersten Reihe: Keiner konnte der Laolawelle oder dem Händeschwingen entkommen. Wieso eigentlich auch? Sie waren alle zum Feiern gekommen.
Doch was wurde eigentlich gefeiert? "Hier stand ne Mauer?" fragte ein Teenager seinen Vater. "Dachte Cola feiert irgendwas". Das Unternehmen feiert zwar in diesem Jahr sein 80-Jähriges Bestehen in Deutschland, doch am 3. Oktober, eben dem Tag der Deutschen Einheit, wird die Wiedervereinigung zweier Länder gefeiert. Und so brachte das Unternehmen Bands aus den neuen und alten Bundesländern auf die Bühne. Wiedervereinigung musikalischer Art - denn Musik verbindet Menschen über Grenzen hinaus. Und wenn man es sich genau überlegt: Es war ein schönes Geburtstagsgeschenk. Bei dem jeder umsonst feiern durfte - Getränke und Essen ausgeschlossen.
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